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Cinetower in AlsdorfDa habe ich wohl vergeblich gewartet. Denn insgeheim hatte ich gehofft, dass in diesem Jahr wieder der Euregio-Filmpreis im Alsdorfer Cinetower, dem wahrhaft erfolgreichen Alsdorfer Kinopark, verliehen wird. Aber der November, in den Jahren 2003 und 2004 als Festivalmonat genutzt, ist nun verstrichen. Auch im vergangenen Jahr gab es wohl keinen Euregio-Filmpreis. Jedenfalls habe ich von dem möglicherweise glanzvollen Treiben rund um den Wasserturm nichts mitbekommen.

Dennoch: Ich kann mich noch gut an die Euregio-Filmpreise 2003 und 2004 erinnern. 2003 war ich selbst bei der Verleihung zu Gast. Und hatte sogar Gelegenheit, dem aus Geilenkirchen stammenden Preisträger Jürgen Tarrach (“Die Rosenheim-Cops“) die Hand zu schütteln. Gefasst ließ der Künstler meine Glückwünsche über sich ergehen. Auch sonst war es ein recht gelungener Abend. Ich traf meinen Schulkameraden Jürgen wieder, der 2000 Alsdorfer Karnevalsprinz war und Chef einer alt eingesessenen Möbelspedition in der ehemaligen Zechenstadt ist. Außerdem bat mich eine junge Frau um ein Autogramm. Sie hatte mich mit dem Radio-Komiker Paul Panzer verwechselt. Seltsamerweise nicht die erste Verwechslung. Als Wigald Boning wäre ich fast auch einmal durchgegangen.

2004 habe ich das euregionale Festival nicht besucht. In jenem Jahr nahm der ehemalige Bond-Bösewicht und Charakterdarsteller Gottfried John den Euregio-Filmpreis in Empfang. Der in Ostbelgien lebende Mime und seine Partnerin sind übrigens Stammgäste der Aachener Waldschenke. Immerhin habe ich die beiden schon des öfteren dort gesehen.

Tja, offenbar gibt es den Euregio-Filmpreis nicht mehr. Ob's an der geringen Zahl berühmter Filmschaffender in der Euregio liegt? Obwohl: Ich hätte da noch einen Geheimfavoriten für die begehrte Auszeichnung. Beziehungsweise eine Favoritin. Eine bemerkenswerte Schauspielerin aus der Euregio. Am 12. März 1965 in Eschweiler geboren. “Tatort”-Freunden ist ihr Name ein Begriff: Roswitha Schreiner. Zwar gehen zuweilen die Meinungen über ihre Ausstrahlung auseinander. Dennoch hat sie meiner Ansicht nach einen ganz ordentlichen Job gemacht.

Ihre Karriere begann in Berlin. Dort nahm sie Schauspielunterricht und wurde nach verschiedenen Theater-Engagements durch Rollen in den TV-Serien “Ich heirate eine Familie” und “Liebling Kreuzberg” bundesweit bekannt. Von 1992 bis 1997 spielte sie im Düsseldorfer “Tatort” eine Kriminalassistentin namens Miriam Koch. Leider empfand ich die Rollenkonstellation als nicht wirklich glücklich: Sie spielte eine Berufsanfängerin und ihr Chef, Hauptkommissar Bernd Flemming (Martin Lüttge), war einer von jenen TV-Ermittlern, denen man im Gehen die Schuhe besohlen konnte. Neben den Kommissaren Markowitz und Palü, Dritter im Bunde jener altväterlichen Typen, die Langsamkeit mit Intelligenz verwechselten und jung gebliebene “Tatort”-Zuschauer kohortenweise zu Tode langweilten. Glücklicherweise gab’s im Düsseldorfer Ermittler-Trio einen, der’s rausgerissen hat. Auf den letzten Drücker quasi: Klaus J. Behrendt alias Max Ballauf. Noch heute ist er für den WDR im Kölner “Tatort” auf Gangsterjagd.

Ach, wenn ich’s mir recht überlege, ziehe ich meinen Vorschlag mit Roswitha Schreiner wieder zurück. Wahrscheinlich hat die ehemalige Krimi-Darstellerin gar keinen Bock mehr auf’s Mediengeschäft. Jedenfalls, so habe ich die Tage bei Wikipedia gelesen, hat sie die Branche gewechselt. Mit ihrem Ehemann betreibt sie heute in Berlin ein Fachgeschäft für indonesische Möbel.

Alsdorf, 1. Dezember 2006