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Der Auftritt von Baudezernent Harald Richter vor knapp zwei Wochen bringt die Ofdener Bürgerinitiative gewaltig auf die Palme. "Die Zeit der Streicheleinheiten ist vorbei", konstatiert Thomas Bindels, Vorsitzender der Bürgerinitiative. Die gleiche Überschrift trägt eine aktuelle offizielle Stellungnahme der Ofdener Einwohner, die ich Ihnen an dieser Stelle keinesfalls vorenthalten möchte. Hier ist sie:

Die Zeit der Streicheleinheiten ist vorbei!!!

Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger von Ofden,

Sie konnten als eifriger Leser der Aachener Zeitung (AZ) und der Aachener Nachrichten (AN) ja bereits am 12.06.08 lesen, mit welchen Mitteln die Stadt Alsdorf versucht, die Bürgerinitiative „mundtot“ zu machen. Es wurden im Rahmen dieser Zeitungsartikel schwere und unserer Meinung nach unsachliche Vorwürfe gegen uns erhoben, die wir so nicht stehen lassen können und gegen die wir uns wehren werden. Wir waren bis jetzt eher friedlich, das wird sich jetzt ändern.

Man wirft uns vor, dass wir Halbwahrheiten erzählen, die Bürger in Ofden verunsichern und der Stadt unterstellen, gegen die Bürger zu arbeiten. Weiterhin ist man erstaunt bis verärgert über den Boykott der Sitzung des Ausschuss des Eigenbetrieb Technische Dienste am 10.06.08 durch die Bürgerinitiative. Der dazugehörige Kommentar in der AZ geht sogar noch einen Schritt weiter – hier wird nach unserer Meinung durch die Blume dem Ofdener Bürger fehlendes Umweltbewusstsein vorgeworfen – Zitat: („…An der Sanierung kommen die Bürger jedenfalls nicht vorbei. Da ist beiden Seiten mehr geholfen, einvernehmliche Lösungen zu finden – nicht zuletzt auch im Interesse des Umweltschutzes.“)

Dazu ist zu sagen:

Wir haben immer betont, dass wir uns mit der Stadt einig sind, dass die Kanalsanierung in Ofden aufgrund des Alters der Kanalisation notwendig ist. Von daher ist das oben genannte Zitat eine bodenlose Unverschämtheit!

Die Bürgerinitiative gibt Informationen an die Mitglieder und Bürger weiter, die diese von der Stadt offenbar nicht erhalten. Der technische Dezernent Herr Richter betont in der AZ vom 12.06.08, „das die Stadtverwaltung zu jeder Auskunft bereit sei, man habe nichts zu verheimlichen…“ Das sehen wir ganz anders, schließlich ist trotz mehrfacher Anfrage von unserer Seite keine Information über die Zusammensetzung der strittigen Kosten von 750,00 Euro geflossen. In der AN schließt der technische Leiter des Eigenbetrieb Technische Dienste nicht aus, dass diese Hochrechnung (gemeint ist der Betrag von 750,00 Euro) im Einzelfall sogar überschritten werden kann. Auf Deutsch heißt das, es kann im Einzelfall sogar noch teurer für den Bürger werden!

Wer jetzt die Halbwahrheiten erzählt, darf jeder Bürger nun für sich entscheiden.

Der Bürgerinitiative liegt nichts ferner, als die Ofdener Bürger zu verunsichern. In beiden  Zeitungsartikeln versucht die Stadt unserer Meinung nach, den Bürger zu verunsichern und Ängste zu schüren. Da ist davon die Rede, dass es ein Unding ist, wenn sich mehrere Firmen gleichzeitig in Ofdens engen Straßen zu schaffen machen. Da ist von vorprogrammierten Sollbruchstellen die Rede. Von Qualitätsansprüchen seitens der Stadt an die Baumaßnahme. Von „angedrohter“ Druckprüfung durch die Stadt, wenn die Baumaßnahmen nicht von der Firma durchgeführt wird, die von städtischer Seite beauftragt wurde (Die Firma Wurzel ist also nach Ansicht der Stadt die einzige Firma, die im Rahmen dieses Projektes richtig arbeitet…?! Andere Fachfirmen werden dies „wohlwollend“ zur Kenntnis nehmen…). Einige bereits betroffene Bürger dürften hierzu eine andere Meinung haben.

Unserer Meinung nach wird hier gezielt versucht, den Bürger nun über Umwege doch dazu zu treiben, den Privatanschluss ebenfalls über die Stadt bzw. das beauftragte Unternehmen sanieren zu lassen. Das alles tut die Stadt nur aus Nächstenliebe, weil sie es gut mit den Bürgern meint?

Man muss sicher nicht lange überlegen, um hieraus weitere Schlüsse zu ziehen. Von wem fühlen Sie sich denn jetzt verunsichert?

Zum Boykott der Sitzung am 10.06.08 bleibt eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Die Stadt vermutet einen Boykott durch die Bürgerinitiative? Nun, unserem Baudezernenten Herrn Richter, selber Ofdener Einwohner, dürfte der Grund des Fernbleibens bekannt sein. Schließlich dürfte auch er unser letztes Schreiben an die Bürger bekommen haben. Das ist aber anscheinend im Rat nicht transportiert worden. Anders sind die Vermutungen des Rates zu unserem Boykott nicht erklärbar. (Dazu muss man weiterhin wissen, dass sich die Zahl der Besucher besagter Sitzung deutlich in Grenzen hielt).

Zumal wir als Vorstand die Sitzung boykottiert haben. Jeder andere Ofdener Bürger hat für sich selber aus guten Gründen entschieden, wenn er der Sitzung ferngeblieben ist. Und über diese Gründe sollte sich die Stadt vielleicht einmal Gedanken machen!

Ganz zu schweigen von der Aussage in der AN, dass die Stadt im Rahmen der zweiten Ausschreibung 1,7 Millionen Euro für den Bürger eingespart hat!!! Jedes Kind lernt schon in der Schule, dass man nur Geld einsparen kann, welches man hat. Die Kommune hat sich selber bereits in den Nothaushalt und damit in die „Pleite“ manövriert, jetzt ist offensichtlich der Bürger dran…

Wir werden jedenfalls kurzfristig mit einem Leserbrief an beide Zeitungen reagieren. Wir hoffen dass die Presse so fair ist und diese Briefe auch abdruckt, nachdem man uns ja bereits vor der Veröffentlichung der Beiträge keine Möglichkeit der Stellungnahme gegeben hat.

Wer seine eigene Meinung dazu im Leserbrief veröffentlichen will, sollte dies unserer Meinung nach ebenfalls zahlreich tun! Dann sehen auch andere Bürger, dass die Vorwürfe an die Bürgerinitiative einseitig sind. Auch Anwohner anderer Stadtteile werden es uns danken.

Weiterhin sind wir inzwischen in den Besitz der offiziellen Ausschreibungsunterlagen für die Kanalsanierung in Ofden gekommen. Die Unterlagen befinden sich bereits in der rechtlichen und fachlichen Prüfung. Wir werden Sie über unsere weiteren Erkenntnisse schnellstmöglich informieren.

Unsere Bemühungen, kostengünstige Angebote für die Sanierung auf privatem Grund einzuholen, laufen weiter auf Hochtouren, auch hier wird es kurzfristig weitere Informationen geben. Wir sind also weiter sehr aktiv.

Wir werden den Vorschlag einiger Bürger aufgreifen und den Vorstand der Bürgerinitiative in den nächsten Tagen auf unserer Internetseite einmal mit Bild vorstellen.

Eines liegt dem Vorstand sehr am Herzen:

Uns war von Anfang an klar, dass unsere Aufgabe nicht einfach wird. Wir sind uns bewusst, dass wir nach diesen unwahren Anschuldigungen in der Presse mit Kritik und Anfeindungen konfrontiert werden können und vielleicht nicht jeder auf unserer Seite steht.

Jeder Bürger kann selber entscheiden, ob er weiter in der Bürgerinitiative bleibt. Wir würden uns jedoch sehr freuen, wenn Sie uns auch weiterhin so zahlreich unterstützen.

Wir wissen, dass wir möglicherweise trotz unserer intensiven Bemühungen die Kosten  für den Bürger nicht senken können. Aber wir werden weiter dafür kämpfen denn wir sind auf dem richtigen Weg.

Wenn die Stadt sich nichts vorzuwerfen hat, dann braucht sie auch keine Angst vor einer Bürgerinitiative zu haben sondern stellt sich konstruktiv und ehrlich den Fragen und der Kritik der Bürger.

Wir danken Ihnen für Ihr bisheriges und auch weiteres Vertrauen in unsere Arbeit.

Ihre „Bürgerinitiative Alsdorf-Ofden“

Der Vorstand der Ofdener Bürgerinitiative

Der Vorstand der Bürgerinitiative Alsdorf-Ofden: (oben, v. l.) Gerd Waldenburger (Beisitzer), Friedhelm Rech (2. Vorsitzender), Hartmund Schäfer (Schriftführer), Jürgen Kranz (Beisitzer), Johny Schulz (Beisitzer); (unten, v. l.) Stefan Wurms (Kassierer) sowie Thomas Bindels (Vorsitzender); Foto: Bürgerinitiative Alsdorf-Ofden

Alsdorf, 22. Juni