Wenn’s um Natur- und Umweltschutz in Alsdorf geht, leistet der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland) für unsere Stadt wertvolle Arbeit. Derzeit sind es zwei Themen, die Franz-Josef Emundts (Foto), Sprecher der Kreisgruppe Aachen Land, bewegen. In einer aktuellen Pressemitteilung schreibt er:
„Mit völligem Unverständnis haben wir der Presse entnommen, dass die Politik dem Wunsch weniger Anwohner, die zwölf stattlichen Linden in der Weinstraße zu fällen und durch mickrige Kugelbäume zu ersetzen, entsprochen hat. In Mariadorf in der Paul-Gerhardt-Straße sind zuletzt ebenfalls viele Bäume gefällt worden, die völlig gesund waren. Während die Kommunen im Umfeld von Alsdorf ihre Innenstädte begrünen, um die Lebensqualität und Attraktivität auch in Zeiten von Feinstaub und erhöhten Temperaturen durch den Klimawandel zu erhalten, greift man in Alsdorf, wie schon so oft in der Vergangenheit zur Säge.
Große Stadtbäume verursachen nicht nur Verschmutzung (wie mancher Anwohner beklagt), sondern tragen zur Produktion von Sauerstoff bei und sorgen in den heißen Sommermonaten dafür, dass das Klima in den Städten erträglich bleibt. Baumschutz und Klimaschutz scheinen in Alsdorf jedoch Fremdwörter zu sein: Andernorts werden Bäume in Innenstädten gepflanzt, um CO2 zu binden!“
Neben der geplanten Baumfällaktion in der Weinstraße liegt dem BUND auch die Gestaltung des Denkmalplatzes am Herzen. So schreibt Franz-Josef Emundts per E-Mail jetzt an den Alsdorfer Baudezernenten Harald Richter:
„Die BUND Ortsgruppe Alsdorf setzt sich für eine freundlichere Aufwertung des Denkmalplatzes durch mehr Grün ein, wie dies auch im ursprünglichen Konzept vorgesehen und bei der Gestaltung der Innenstadt Bereiche der angrenzenden Städte wie Eschweiler und Herzogenrath tatsächlich auch passiert.
In den letzten Jahren wurde die Kastanie vor der Stadthalle gefällt. Ein Baum, der damals schon das Stadtbild prägte. Auch die Kastanie an der Bank ist schon ortsprägend und sollte solange daher bleiben.
Die von Seiten der Stadt favorisierten (schlanken) Stadtbirnen werden vom Volumen her für den Ort als nicht angemessen eingestuft. Besser geeignet wären zum Beispiel (wenige) Platanen, die auch sehr spät das Blattwerk verlieren. Ein vorgesehener Verzicht auf die Hecken zu Gunsten weiterer Parkplätze ist aus unserer Sicht ebenfalls ökologisch kontraproduktiv. Hier wird ein Platz ausschließlich für Autos mit je drei Spuren für jede Richtung und möglichst vielen Parkplätzen geschaffen, der keinerlei Aufenthaltsqualitäten besitzt. Es wird niemandem in den Sinn kommen, sich dort hinzusetzen und einen Kaffee oder ein Eis zu genießen, wenn in wenigen Metern Entfernung die Autos vorbei lärmen. In Aachen werden solche Straßen und Plätze konsequent autofrei gehalten, was eine enorme Qualitätssteigerung ausmacht.
Industriestadt im Grünen, wie es lange auf Poststempeln zu lesen war, neuerdings sogar Grünmetropole, verkommt so immer mehr zum blanken Hohn. Es ist schade, dass Stadtentwickler so wenig Rücksicht auf ökologische Aspekte legen.“