„Bei uns kann jeder mitmachen – ob jung oder alt“, sagt Jürgen Drautmann. Der 48-jährige Umweltexperte ist Vorsitzender und Trainer des Taekwondo Club Alsdorf e. V. ( www.tkd-alsdorf.de ), einem der ältesten deutschen Vereine, die sich der aus Korea stammenden Kampfsportart widmen. Der Taekwondo- Club Alsdorf richtet seit Jahren das zweite Nachwuchsturnier der Nordrhein-Westfälischen Taekwondo Union (NWTU) aus. So auch am kommenden Samstag, den 7. Juni. Ab 9:00 Uhr findet das zweite Nachwuchsturnier 2008 in der Sporthalle der Gesamtschule, Am Klött 1, in Alsdorf statt. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 3,00 Euro, Kinder zahlen 1,50 Euro. Jährlich gibt es in Nordrhein-Westfalen nur zwei Turniere dieser Art – ausgetragen in Wuppertal und in Alsdorf. „Wir erwarten rund 450 Sportler aus ganz NRW“, betont Heinz-Josef Pütz, zweiter Vorsitzender des Vereins. Angekündigt ist der überregional bedeutende Sport-Event als so genanntes Formen-Turnier.
Bei dem Formenlauf handelt es sich um einen Kampf gegen einen imaginären Gegner. Hierbei müssen koordinierte und vorherbestimmte Bewegungsabläufe gezeigt werden, bei denen die auszuführenden Techniken präzise und perfekt auszuführen sind. Den Laien mag dies ein wenig an T'ai-Chi-Ch'uan erinnern – das chinesische Schattenboxen. „Doch beim Taekwondo sind die Bewegungen wesentlich schneller und wirken härter“, berichtet Franz-Peter Erberich (Foto), Geschäftsführer und ebenfalls Trainer des überregional renommierten Vereins. Außerdem stehen Bewegungen mit den Füßen im Vordergrund. Etwa 70 Prozent des Körpereinsatzes entfallen auf die Beinarbeit, nur rund 30 Prozent der Bewegungen führt der Sportler mit den Händen aus. „Neben Formenturniere gibt es auch Vollkontaktwettkämpfe“, berichtet Franz-Peter Erberich, Träger des 6. Dan`s, einem der höchsten Meistergrade. Vollkontakt bedeutet, dass Sportler direkt gegeneinander antreten. Da bei den Paarungen in der Regel Gegner mit etwa gleichem Können und gleicher Reaktionsgeschwindigkeit gegeneinander antreten, wirkt ein Kampf sehr spektakulär. Die Verletzungsgefahr ist bei den Sportlern aufgrund spezieller Schutzausrüstung und dem geschulten Können der Kampfpartner gering.
Der Begriff Taekwondo setzt sich aus drei koreanischen Worten zusammen. Tae heißt Fuß, Kwon bedeutet soviel wie Faust, Do steht für Weg. Letzteren kann man mit der geistigen Entwicklung zur Entfaltung der eigenen Persönlichkeit umschreiben. Sie umfasst eine bestimmte geistige Haltung, die weitaus mehr bedeutet, als eine reine sportliche, technische Disziplin. Taekwondo bewirkt nicht nur körperliche Kraft und Geschicklichkeit, es verleiht darüber hinaus auch die Einsicht zum disziplinierten Denken, Handeln und Verhalten. Durch diese Geisteshaltung entsteht Selbstvertrauen und die notwendige Gelassenheit, die unabdingbare Voraussetzung für Toleranz, Akzeptanz und Bescheidenheit sind. „Der Charakter wird positiv beeinflusst“, so Jürgen Drautmann. Von daher eignet sich die Ausübung von Taekwondo bereits für Kinder ab sechs Jahren. Kinder lernen hier u.a. Konzentration und einen Weg, zur inneren Ruhe zu gelangen, schüchterne Kinder gewinnen durch das Training an Selbstvertrauen“, fasst Jürgen Drautmann zusammen.
„Die meisten unserer derzeit 70 Vereinsmitglieder sind Kinder in der Altersgruppe von sechs bis 14 Jahren“, so Jürgen Drautmann. Der monatliche Mitgliedsbeitrag liegt bei 10,00 Euro. Erwachsene zahlen 12,00 Euro im Monat. Neben den moderaten Mietgliedsbeiträgen gibt es einen weiteren Grund, der für die Mitgliedschaft im Taekwondo Club Alsdorf spricht. Geschäftsführer und Trainer Franz-Peter Erberich bringt es auf den Punkt: „Wir bilden hier keine Schläger aus.“ So seien Taekwondo-Sportler nur im Ausnahmefall in körperliche Auseinandersetzungen verwickelt. „Leute, die zu uns kommen, um ein paar Tricks und Kniffe zu lernen, damit sie einen Gegner schnell überwältigen können, weisen wir ab“, so der Meister. Hinzu kommt: Do, der Weg, ist nicht kurz. Fünf Jahre mit etwa drei Trainingseinheiten pro Woche dauert es in der Regel, hat man seinen ersten Meistergrad.
Der Wardener Franz-Peter Erberich weiß, wovon er spricht, er ist seit über 40 Jahren begeisterter Taekwondo-Sportler: 1965 lud der Koreaner Chun Du Ki, seinerzeit beschäftigt auf der Zeche Anna 1, im Atrium-Kino zur ersten öffentlichen Taekwondo-Vorführung. Viele Gäste kamen und waren beeindruckt. Einige von ihnen beschlossen daraufhin, Taekwondo zu erlernen und gegründeten den Taekwondo Club Alsdorf. Bis 1968 trainierte der koreanische Meister die Schüler des Taekwondo- Club Alsdorf, so Franz-Peter Erberich, der selbst inzwischen bei zahlreichen internationalen Taekwondo-Turnieren erfolgreich antrat. Voller Begeisterung berichtet der knapp 60-Jährige Franz-Peter Erberich das Taekwondo wie Judo oder Jiu-Jitsu usw. zu den so genannten Budo-Sportarten zählt. Eine Begeisterung, die ansteckt. „Herr Foerster, auch Sie können bei uns Taekwondo erlernen“, ergänzt Jürgen Drautmann (Foto). Denn Taekwondo gehört längst zum Breitensport und bis ins hohe Alter lässt sich der Formenlauf trainieren. Wenn ich mich mit meinen fast 45 Jahren dazu entscheiden sollte, dann weiß ich, dass ich beim Taekwondo Club Alsdorf, dessen Vorstand aus Jürgen Drautmann, Heinz-Josef Pütz, Franz-Peter Erberich sowie Marita Artzen als stellvertretende Geschäftsführerin besteht, bestens aufgehoben bin.
Wer mehr über Taekwondo, Vereinsmitgliedschaft erfahren oder einen Termin zum Probetraining vereinbaren möchte, kann mit Jürgen Drautmann und Franz-Peter Erberich Kontakt aufnehmen. Hier die Adressen: