„Das sieht ja aus wie am Amazonas“, sagte der Geschäftsmann, als er vor einigen Wochen eine der ersten neuen „Alsdorf-für-Insider“-Postkarten - Titel: Gruß aus Alsdorf - betrachtete. In der Tat offenbaren die Luftbildaufnahmen der hochsommerlichen Alsdorfer Halden Eindrücke, die für den Alsdorfer Einwohner eher ungewohnt sind. Unten Unkraut, Müll und Verwaltungsignoranz, von oben prachtvolle, dichte, scheinbar unberührte Vegetation. Denn: „Unsere Stadt könnte wirklich ein schöner Ort sein, wären da nicht die ständigen Spitzenleistungen dieser Verwaltung, die ein Eigenleben zu führen scheint“, wie mir in gewisser Regelmäßigkeit wohlwollende und zugleich kundige Alsdorfer Bürger offenbaren. Doch während eine der jüngst bekannt gewordenen Topp-Aktionen, sprich: das oberspitzenmäßige Auftreten des Alsdorfer Ordnungsamtlers und Oberkarnevalisten Klaus Mingers bereits kürzlich Eingang ins Tagebüchlein fand, will ich Nummern dieser Art heute nicht vertiefen. Hier vielmehr geht‘s nur um die aktuellen Postkärtchen, die in Alsdorf Riesenanklang finden.
Zugegeben: Zunächst war ich mir nicht sicher, ob‘ s wirklich ein Erfolg wird. Denn eingefleischte „Alsdorf-für-Insider“-Freunde, denen ich die Karte vorab zeigte, runzelten die Stirn. „Udo, wo ist denn die Ironie?“, waren die ersten Stimmen. Denn, wer sich an die Motive der ersten Karte mit Wägelchen, desolatem Ambiente und Lampenmann (Foto) erinnert, wunderte sich angesichts der neuen Präsentation. Aber wie gesagt: so sieht Alsdorf nun einmal aus - von oben betrachtet.
Als die Karten schließlich zu haben waren, gab‘s kein Halten mehr. Sogar vorab, kurz nachdem die „Aachener Zeitung“ über den kostenfreien Bezug der Kärtchen berichtet hatte, spielten sich wahre Jagdszenen ab. So im Blumengschäft Offergeld in Mariadorf. Dort wollte sich ein Pensionär bereits vorab drei Exemplare für sich und seine Freunde sichern. Erst als die Verkäuferin Namen und Anschrift notiert und versprochen hatte, drei Karten zurückzulegen, zeigte sich der Kunde zufrieden und stürmte am darauf folgenden Montag - dem offiziellen Ausgabetermin - als einer der ersten erneut ins Geschäft. Ähnliches trug sich auch im Kim-Store zu. „Die Karten gehen weg, wie geschnitten Brot“, berichtet Inhaber Nico Hafran (Foto). An diesem Ort übrigens outete sich jener in Alsdorf wohlbekannte Geschäftsmann als Kenner des südamerikanischen Dschungels. In der Tat, im Hochsommer aus der Luft betrachtet sehen die Alsdorfer Halden wirklich aus, als wären sie im tropischen Regenwald gelegen. Auch im Reitsportgeschäft „Pas de Deux“ sowie in der Gemeinschaftspraxis Kranichstraße, Mariadorf, stießen die Karten auf Rieseninteresse.
Ja, und auch bei mir klingelte angesichts der Postkarten-Verschenkaktion das Telefon. Als einer der ersten meldete sich Dr. Siegfried Förster bei mir - seines Zeichens Besitzer von Schloss Ottenfeld. Denn auch das mitten im Grünen gelegene Schloss war auf der Postkarte, wenn auch nur winzig klein, zu erkennen. Da ihm die Perspektive gefiel, fragte mich der promovierte Ingenieur, inzwischen im Ruhestand, ob ich ihm eine Vergrößerung der Aufnahme zukommen lassen könne. Im Rahmen eines Besuches - Foerster bei Förster - besprachen wir das weitere Vorgehen. Und in der Tat. Beim späteren Durchsehen meiner digitalen Fotos entdeckte ich Aufnahmen, die zur Vergrößerung geeignet waren (Foto). Diese - dank freundlicher Unterstützung des Aachener Designers Marcello Vercio - noch ein wenig herausgeputzt, machte ich Herrn und Frau Förster zum Geschenk.
Weitere Anfragen bezogen sich auf die erste Postkarte, herausgegeben 2007 - als „Sammlerstück Nr. 1 aus der wertvollen Postkartenedition „Bezauberndes Halden City“ von „Alsdorf für Insider“. Tenor der Fragen: Gibt‘s davon noch Exemplare? Antwort: Leider sind keine mehr da, alles vergriffen. Und auch der Vorrat des aktuellen „Sammlerstücks Nr. 2“ geht allmählich zur Neige. Wer nämlich jetzt noch keine Postkarte hat, der sollte sich beeilen…