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Die Alsdorfer StadthalleEs ist schon ein Jammer: Irgendwie scheint der Zug mit den Musicals in Halden City abgefahren zu sein. So jüngst in einem Tagebucheintrag unter dem Titel „Casino Pik Sieben“ zu lesen. Tja, daher hat man in der Stadthalle - wie es so schön heißt - noch Kapazitäten frei. Doch diese sollten, intelligent genutzt, keinesfalls braun gesinnten Zeitgenossen als Promo-Plattform zur Verfügung stehen - wie an gleicher Stelle nachzulesen. Daher wär‘s nicht übel, einmal in der glitzernden Welt des Showgeschäfts Ausschau zu halten, um wirklich hochkarätige Unterhaltungskünstler für einen oder am besten gleich mehrere Gala-Auftritte in der ehemaligen „Euro-Musical Hall“ zu gewinnen.

Vorab, es fällt mir schwer, damit zu beginnen: Einige mordsmäßige Stimmungs-Granaten freilich sollten lieber direkt daheim bleiben. Zum Beispiel jene beiden propperen Sangesmöpse, die als „Wildecker Herzbuben“ gemeinsam rund 300 Kilo auf die Waage wuchten. Da stellt sich rasch die Frage nach der entsprechenden Infrastruktur in Halden Citys hübscher Halle. Steht eine geeignete Hebevorrichtung zur Verfügung? Und: Kann die Bühnenkonstruktion die geballte Unterhaltungsmasse überhaupt tragen? Wer auch nicht in Frage kommen dürfte: Jürgen Drews. Der soll ruhig König bleiben - auf Mallorca, dem Epizentrum teutonischer Ausgelassenheit. Lautstark, aber unfreiwillig demonstriert er dort dem Publikum bei zuviel Bier und Alkopops, dass man es als Schlagerstar von gestern heute nicht leicht hat.

Also, ein richtiger Top-Act muss her. Und zwar: Generationenübergreifend. Denn Alsdorf ist nun einmal eine Stadt für Jung und Alt, wie ich schon vor ein paar Jährchen im Rahmen einer Begegnung mit dem damaligen Bürgermeister Wolfgang Schwake und Denkmal-Harry erfahren durfte.

Zwei Künstler fallen mir sofort ein: Amy Winehouse und Humphrey Beergarden. Amy Winehouse, keine Frage, dürfte unserer Stadt ohnehin mit einigem Wohlwollen gegenüberstehen. Schließlich gibt‘s bei uns die „Weinstraße“. Humphrey Beergarden dagegen sollte sich wegen der „Bierstraße„, die leider erst als verlängerte „Prämienstraße“ in Herzogenrath beginnt, bei uns zu Hause fühlen

Also ehrlich, liebe Freunde, geneigte Leser: Ich fänd‘s echt Klasse, wenn die Amy ihren aktuellen Chartbreaker „Valerie“ in unserer aller Halle trällern würde. Das würde sogar alte Männer wie mich verzückt aus dem Sessel schieben. Doch Miss Winehouse - Nomen est Omen - hat so das eine oder andere Problemchen. Daher sollte man nicht wirklich mit ihr rechnen. Ähnlich verhält es sich mit Humphrey Beergarden, den man mir als Bauchrednerlegende aus Las Vegas ankündigte. Da ich im Rahmen einer Internet-Recherche kaum etwas über ihn heraus bekommen konnte, drängt sich mir ein schnöder Verdacht auf: Jemand wollte mich offenbar verkohlen. Durchaus möglich, denn wir leben in einer ehemaligen Bergbaustadt, in der man früher Kohle durch Kohle machte.

Da fällt mir übrigens noch jemand ein: Eine Lady mittleren Alters, die zufälligerweise 2008 ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum feiert. Nein, ich meine nicht Mireille Mathieu. Die ist wahrscheinlich schon seit 125 Jahren dabei. Ich meine eine Künstlerin, die immer wieder provoziert, sich immer wieder neu erfindet und Millionen Dollar dabei verdiente: Madonna. Zugegeben: Bei Madonna beispielsweise denken unsere Freunde vom Bergbaumuseumsverein in erster Linie an Skulpturen, die sich ganz gern mal durch die Gegend schleppen lassen. Ich dagegen denke an die wohl erfolgreichste internationale Pop-Sängerin aller Zeiten. Und Madonna, das weiß ich aus erster Hand, hat ein ganz besonderes Verhältnis zu Halden City. Daher will ich ihr rasch ein paar Zeilen schreiben, um sie vielleicht dazu zu bewegen, einmal oder vielleicht auch mehrmals hintereinander in unserer wundervollen Stadthalle aufzutreten. Getreu dem Motto: "Madonna, hilf!"

Dear Madonna,

It war 1986. In this year your phantastic album „True Blue“ was erschienen. In the same year I was in the middle of my Studium and worked at Alsdorf‘s great company „Record Service“ - as Hilfsarbeiter, um mir was dazu zu verdienen.

Mit Madonna LPJa, dear Madonna, das war schon Spitze. Dein Album was released und beim Hans Glanz in der Abteilung wurden Hundertausende Musikcassetten mit deinen Songs für ganz Europa produziert. Ich selbst durfte sie in Kartons verpacken, die Kartons auf Paletten stapeln und die Paletten mit the Hubwagen to the Versand fahren. Was absolutely great. And my Kollege Lorenz was auch totally begeistert. Really. Aber das Allerbeste was the Company Shop (wie heißt Company Shop eigentlich auf englisch?). Da gab‘s für ein paar Mark auch Platten von dir. Und so habe auch ich mich eingedeckt und wurde stolzer Besitzer einer „True-Blue“-LP (Foto). Mit dem Song „La Isla Bonita“ darauf ist es dir übrigens erstmals gelungen, auf Platz 1 der deutschen Charts zu landen. Yes, dear Madonna, das ist schon eine Weile her. Und obwohl ich kein Hilfsarbeiter mehr bin, mag ich deine music auch weiterhin.  But now to the Kern of the Sache.

Da du inzwischen round about 500 Millionen Dollar schwer sein sollst, please, it would be a feiner train, if you could sing and dance for us in Alsdorf  - umsonst, versteht sich.

Not wirklich umsonst. Surely I mean: gratis, für lau, för ömmesöns. Wär doch echt Spitze, and the beautiful Stadthalle für 1040 Zuschauer would be bei jeder deiner performances bis auf den allerletzten Platz besetzt.

Wenn das keine schönen Aussichten sind?Dennoch sollst du nach dem Gastspiel bei us not empty ausgehen and not ohne great impressions nach London in deine Heimatstadt zurückfliegen. So I will do my best and arrange a very great event, specially for you. It is called: the Fünf-Halden-Tournee. You know Ski-Jumping at the Vierschanzen-Tournee in the winter. But the Fünf-Halden-Tournee of Halden City in the summer is much better. It‘s a Klassiker in the Kreis Aachen. First, you could start with breakfast at the Jaspersberg in Hoengen, then you go to Halde Maria Hauptschacht. Before you move to Halde Anna 1 and Halde Anna 2 you get einen kräftigen Imbiss wie neulich beim SPD-Konvent am 19. April in der Stadthalle. And in the evening enjoy the sunset at the Noppenberger Halde. Möglicherweise kann ich dich under the week (unter der Woche) leider nicht persönlich auf dieser großartigen Tour begleiten. Aber ich denke, dass sich in Alsdorfer Natur- und Umweltschützerkreisen schon der richtige Mann dafür findet. I wish you all the best and ich würde mich freuen, to hear von dir.

Yours
Udo from Halden City

Alsdorf, 11. Mai 2008