Startseite
Das aktuelle Tagebuch
Tschö, wa...
Die Bürger sprechen
Alsdörper Disease
Denkmalplatz
Kanalsanierung
Taekwondo
Traum-Immobilien
Gruß aus Alsdorf
Madonna, hilf!
Am Kindergarten
Casino Pik Sieben
3.000 Postkarten
Worren Baff-ätt
Mehr Privatinitiative
Das Café
Wegweisendes
Im Zeichen der Lore
Leere Kassen?
Krötenwanderung
Bergbauleerpfad 08
De Karawane treckt
Alsdörp alaaf!
Friedhofsgebühren
Zeitreise mit Toni André
Rosenmontagsball
Freizeit in Alsdorf
Tagebuch 2007
Tagebuch 2006
Dank an den Sponsor
Partner-Sites
Weitere feine Websites
Musik- und Movie-Tipp
Das Gästebuch
Impressum


Ohne WorteDie Nummer hat Tradition: Bereits im Vorjahr habe ich drei Briefe an prominente Zeitgenossen verfasst, um überregional auf die besondere Situation Halden Citys hinzuweisen. Adressaten: Bill Gates, Jürgen Rüttgers und unser aller Angie. Richtig, Bundes-Angie, unsere Kanzlerin, die gern in der Welt herumdüst, aber ansonsten - so liebt‘s die Wirtschaft - die Füße still hält. Natürlich habe ich keine Antwort erhalten. Verwundert nicht weiter, denn ich habe die Briefe auch nicht abgeschickt…

Auch heute juckt‘s mir wieder in den Fingern, Freunde, und ich habe wieder Lust, einem Promi zu schreiben. Bloß wem? Dem Papst - unserem Papa Razzi in Bella Italia? Soll er für mehr Weisheit in der City Hall beten? Oder soll ich Claudia Roth (Markenzeichen: kuriose Klamotten, Dauerbetroffenheit) von den Grünen ein Brieflein widmen? Hm, lieber auch nicht, die kriegt direkt einen Heulkrampf, wenn sie mit der Bahn näher als 200 Kilometer an Halden City heran kommt.

Noch immer: Ohne WorteOder Dieter Bohlen vielleicht? Eine Casting-Show in der leider immer noch defizitären Stadthalle wäre ganz fein. Da hilft uns der Dieter dann, einen qualifizierten Beitrag zur Lösung der B-Frage zu leisten und so casten wir den Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2009. Motto der Show: Alsdorf sucht den Supermeister. Wenn die ganzen trübtassigen Import-Jungs in ihren grauen Anzügen durch sind, hör‘ ich schon den Dieter mosern: „Kein Feeling für den Bürger haben die Nasen, allesamt kommunalpolitische Schwachbrötchen. Und Bekanntheitsgrad in Halden City? Null, Komma, Null! Da ist die ganze Performance unterbelichtet.“

Auf den letzten Drücker fällt mir noch ein weiterer potenzieller Briefempfänger ein: Ex-Oberpostler Zumwinkel. Hat sicher noch ein paar prima Tipps zum Steuern sparen…

Aber eigentlich habe ich mich schon entschieden. Keiner aus dem Kleeblatt wird‘s. Ich schreibe lieber Warren Buffett. Ich weiß, ich weiß, den kennt man in Alsdorf nicht. War meines Wissens auch noch nie da. Hat allerdings Microsoft-Gründer Bill Gates im Forbes-Ranking als reichster Mann der Welt abgelöst. Und da Halden City notorisch knapp bei Kasse ist, liegt‘s auf der Hand, wieder jemanden mit richtig Kohle anzupumpen äh… anzusprechen. Der Warren, seines Zeichens Börsen-Guru und Mega-Investor, ist übrigens 62 Milliarden Dollar schwer. Bill, der alte Loser, brachte es 2007 dagegen nur auf schlappe 58 Milliarden. Echt schwach, Billy-Boy.

Ja, liebe Freunde, wär‘ doch gelacht, wenn der Warren, 77-jähriger Finanz-Mogul mit Knollennase und freundlicher Rentnerbrille nicht ein paar Möpse for our beautiful hometown Halden City locker maken würde. Doch ich bin ehrlich: Eigentlich weiß ich nicht wirklich, wie man den Namen richtig ausspricht. Worren Baff-ätt, glaube ich. Für solche Fälle berufe ich mich in der Regel auf meinen Halden-City-Bonus. Den Bonus der Provinz. Denn nicht erst seit „Scheibenwischer“ wissen wir: Provinz ist dort, wo der Lehrer als Intellektueller gilt. Well, well. Und so well ich mal loslegen:

Dear Worren Baff-ätt,

your name is program: surely you had a very rich breakfast this morning.

Well, I have to introduce me: I‘m Udo, and I belong to the umstrittenen persons in my beautiful hometown Alsdorf, the true perl in the Euregio Maas Rhine. But dat macht auch nix. I kann‘s not ändern.

You know, my beautiful hometown is very low on money. Because there also were some special gentlemen in Halden Cities city hall who spent our knappes money for surveys and advisory opinions (ich meine diese ganze Geldverschwendung mit der Gutachterei) instead of maintaining our schools and public institutions. But darüber habe ich mich schon genug aufgeregt. Doch now will ich mal zur Sache kommen, oder - wie‘s im Business heißt - I let the trousers down - also: Hosen runter. I plan nämlich the Einrichtung of the „Halden City International Development Fund“ for financing some special projects in Alsdorf. Was das für Projects sein sollen? Hm, weiß ich noch nicht genau, geht aber so in Richtung, Tier- und Freizeitpark, Bergbaulehrpfad und all den anderen stark vernachlässigten Einrichtungen in meiner beautiful Heimatstadt. Zum Beispiel den Schulen.

Ja, dear Worren, weil du knallharter Businessman (was heißt Businessman eigentlich auf englisch?) bist, willst du auch ne Gegenleistung. Logo. Denn das kostet selbst dich a little Überwindung, wenn du demnächst, sagen wir einmal 250 Millionen Dollarchen, an meinen tollen Fonds abdrückst, gell? Well. Can I good verstehen. Deshalb hab‘ ich auch zwei super-oberspitzenmäßige Vorschläge, die dich sicher dermaßen from the Hocker reißen, da du einen kleinen Teil deiner Kohle quickly wieder zurück bekommst.

Vorschlag Nummer 1:

Let us eine Finanzmesse in der leider immer noch highly defizitären Stadthalle veranstalten. Titel: die „Halden City Financial Fair“. So etwas - im weitesten Sinne - hatten wir vergangenes Jahr übrigens schon. Hieß bloß anders. Ich glaube: AKUTA. Der Name erinnerte irgendwie an eine Spezialmesse für den innovationsbereiten Notarzt oder eine Salbe zur Schnellbehandlung von Insektenstichen, stand aber in Wahrheit für „Alsdorfer Kundentage“. Das Besondere an der Nummer: Erst machten die Jungs in der City Hall den Einzelhändlern am Denkmalplatz durch 16-monatige Bauarbeiten das Geschäft kaputt und brachten sie in eine akuta Notlage, dann lud man zur Kundenmesse. Das ist, als wollte man mit einem Hühneraugenpflaster einen entzündeten Blinddarm heilen. Strange World, dear Worren. But you know, in Halden City gehen die Watches eben anders. A propos Watches. Auf Finanzmessen hierzulande werden übrigens regelmäßig auch die inoffiziellen deutschen Meisterschaften im Armbanduhr-Gewichtheben ausgetragen - 1,5 Kilo Breitling sind die absolute Untergrenze. Auf jeden Fall trifft man auf solchen Veranstaltungen - weißt du ja selbst - recht interessante Menschen. Ich wohnte einmal auf einer Messe dieses Zuschnitts einem Dialog der besonderen Art bei. Da verriet die Venture-Capital-Managerin einer Landesbank einem smarten Finanzhai aus dem Süddeutschen (geschätztes Uhrengewicht: satte 2,5 Kilo): „Also der neue 911er hält wirklich nicht, was er verspricht. Der kriegt den Arsch nicht hoch.“ Da bleckte der Moneten-Hai die Zähne und schwärmte von Maserati. Zuerst dachte ich, der meint eine Kinderkrankheit…

Schließlich betrachtete ich die Finanzjongleurin näher und diagnostizierte: dunkle Augenringe, aschfahler Teint. Wie soeben bei Madame Tussaud entsprungen. Klar, 15 Stunden Arbeit am Tag sind schlecht für die Haut. Doch so ist das nun einmal in der Finanzbranche. Wer erfolgreich sein will, muss hart ran. Weißt du ja selbst - aus jungen Jahren. Es gilt die Regel: Immer weniger Personal, immer bessere Qualität im Job. Kann ich nachvollziehen. Denn je weniger Leute beschäftigt sind, desto weniger halten einander durch Bürotratsch und Mobbing von der Arbeit ab.

Doch kommen wir nun zu Vorschlag Nummer 2:

Die Sache nehme ich selbst in die HandLet us in Halden City doch ein lukratives Kurzentrum für betuchte Familien von der arabischen Halbinsel errichten. Diese nämlich suchen im Aachener Klinikum - gleich nebenan - medizinische Betreuung auf höchstem Niveau. Als Standort for our Wellness Center (wie heißt Wellnes Center noch mal auf englisch?) schwebt mir zum Beispiel die Noppenberger Halde vor. Darauf wird es im Sommer schön warm. Und die Wüstensöhne fühlen sich, Allah sei dank, auf dem schwarzen künstlichen Berg pudelwohl wie in der kargen Heimat. Ist halt nur kein Sand, Kohlenstaub eben. Ich selbst (Foto) würde die Sache sogar persönlich in die Hand nehmen und in der Uni-Klinik die Söhne und Töchter des Morgenlands - aus Dubai, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder sonst woher - persönlich in meinem bewährten Denglisch ansprechen, um ihnen die bizarre Schönheit Halden Citys in hellsten Farben schildern. Und wenn die Nummer richtig läuft und die Bude voll ist, dann bauen wir später noch eine Transrapidstrecke vom Klinikum zum Luxus-Kurhotel an der Noppenberger Halde. Ist diese fertig, brauchen wir dank 400 Stundenkilometer Reisegeschwindigkeit nur zwei Minuten für die Reise Klinikum - Halden City. Wäre echt great. Da wird man selbst in Baesweiler, wo‘s wirklich um Klassen besser läuft als hier, blass vor Neid.

Dennoch höre ich schon die Kritiker unken: Das ist ja der pure Größenwahn. Stimmt. Aber hat nicht der Größenwahn eine gewisse Tradition in unseren Breiten? Erinnern wir uns einmal an die ambitionierten Pläne zur Errichtung des „Bauhauses Europa“ in Aachen oder denken wir an das neue Alemannia-Stadion. Letzteres könnte zur deutschlandweit luxuriösesten Regionalliga-Spielstätte avancieren, wenn sich die sportliche Performance der Öcher Kicker - sagen wir einmal: weiterhin suboptimal darstellt.

Aber, dear Worren, dass dich der Fußball bei uns nicht wirklich juckt, kann ich nachvollziehen. I come jetzt auch to the end, hope, that dir meine Vorschläge gefallen, wünsche dir noch jede Menge reichhaltige kalte und warme Buffets and grüße dich very, very herzlich.

Yours Udo

Anmerkung: Oben stehende Fotos, aufgenommen vor ein paar Tagen in Köln, zeigen einen Schriftzug auf der Rückseite eines Gebäudes an der Schildergasse über der Nord-Südfahrt. Wenn der Worren tatsächlich 250 Millionen Dollar in meinen Fonds kullern lässt, plädiere ich umgehend für die Anbringung eines gleichartigen Schriftzuges auf dem Alsdorfer Rathaus…

Alsdorf, 6. April 2008