Es ist der 23. September. Herbstanfang. Bei Aldi gibt es schon die ersten Adventskalender. Und auf dem Flugplatz Merzbrück (Würselen) findet an diesem Wochenende mit Tausenden Gästen das 5. Westflug-Festival statt. Weil auch ich vor einigen Wochen Gast eines Rundflugs war, habe ich mir überlegt, passend zum Luftfahrt-Event ein paar meiner Bilder zu veröffentlichen. Außerdem sind die Bäume noch grün und so möchte ich zugleich einige spätsommerliche Impressionen in den Herbst mitnehmen. Doch nun zum Rundflug: Aufmerksame Leser können sich schon denken, wohin die Reise in der einmotorigen zweisitzigen Maschine (Foto) geht. Genau, es gibt einen Rundflug über Alsdorf. Im Mittelpunkt der Betrachtung: Alsdorfs Wahrzeichen, die Halden, welche rund fünf Prozent des Stadtgebiets bedecken. Das einzigartige Ensemble der künstlichen Berge ist ebenfalls ausschlaggebend für die Namensgebung: Kein Halden City also ohne die berühmten schwarzen und zum überwiegenden Teil inzwischen bewaldeten Anhöhen.
Auch dem Piloten, einem erfahrenen und einfühlsamen Flieger, möchte ich an dieser Stelle danken. Es war ein unvergessliches Erlebnis. "Also dann, Herr Foerster, auf nach Halden City", sagte er augenzwinkernd, als er den Motor anließ. Wir starteten vom Flugplatz Merzbrück in westliche Richtung - über die Autobahn hinweg mit einem Schlenker über das Gewerbegebiet am Aachener Kreuz, um schließlich entlang der B 57 über Würselen nach Halden City zu gelangen. Obwohl es in meiner Heimatstadt das eine oder andere kritisch anzumerken gibt: Aus der Luft gesehen, ist Alsdorf wunderschön. Die Aufnahme zeigt die Halden Anna 1 (rechts) und Anna 2 (links) sowie den Stadtteil Zopp im Vordergrund.
Alsdorfs Halden-Highlight freilich ist die so genannte Noppenberger Halde (Foto), die wie der Kegel eines Vulkans 102 Meter hoch aufragt. Sie befindet sich ungefähr zur Hälfte auf Alsdorfer und Herzogenrather Stadtgebiet. Wegen der besonderen Thermik (warme Aufwinde) an dieser Stelle bietet die Noppenberger Halde für Greifvögel hervorragende Bedingungen, über einen längeren Zeitraum hinweg mit nur wenigen Flügelschlägen in der Luft zu kreisen. Gut erkennbar auf dem schwarzen Kegel: grünliche Fließstrukturen. So hatte man, um zur Begrünung der Halde beizutragen, Klärschlamm hinaufgefahren und hinunterfließen lassen. Da der Schlamm Pflanzen Nahrung bietet, breitete sich auf dessen Ablagerungen Vegetation aus. Betrachtet man die Sache allerdings mehr durch die Brille des Alltags, erinnert das Bild entfernt an einen riesigen Schokoladenpudding mit Vanille-Soße...
Auch über die Alsdorfer Innenstadt flogen wir. Im Vordergrund erkennbar: Die Bahnhofstraße. Dahinter großflächig der Anna-Park. Im rechten Bildbereich: Stadthalle und Denkmalplatz. Links im Bild: Konrad-Adenauer-Allee mit parallel liegenden Freiflächen, die für die Ansiedlung von Unternehmen gedacht sind. Aufgenommen wurde das Foto übrigens aus einer Höhe von rund 450 Metern mit einer Fluggeschindigkeit von rund 180 Stundenkilometern. Zum Vergleich: Möchte man sich Alsdorf bei Google Earth aus der Satellitenperspektive anschauen, kann man nur bis maximal 800 Meter aus dem Weltraum heranzoomen.
Weiter führt uns die Reise schließlich nach Osten und dann in südliche Richtung über die Stadtteile Hoengen und Mariadorf, wo wir am bewaldeten Jaspersberg (vorn) sowie der Halde Maria Hauptschacht (im Hintergrund) vorbeiflogen. Ganz vorn: ein Ausschnitt der Jülicher Straße. Für mich persönlich besondere Augenblicke, bin ich doch im Schatten des Jaspersbergs aufgewachsen. Denn meine Kindheit verbrachte ich in der Hans-Böckler-Straße, Mariadorf.
Mit einer Ansicht der Halde Maria Hauptschacht endet der Rundflug über Alsdorf. Zwar ging unsere Reise noch weiter über Herzogenrath, Kerkrade, Aachen, Vaals, Eupen, das Hohe Venn und den Rurseee nach Stolberg. Doch von diesem Teil des Flugs habe ich keine Fotos mitgebracht. Bevor ich es vergesse: Der Müll im Broichtal, von dem in ich in der vergangenen Woche im Tagebuch unter dem Titel "Müll-Mekka" berichtete, ist inzwischen beseitigt. Allen, die daran mitgewirkt haben, möchte ich an dieser Stelle herzlich danken. Denn nicht nur die Luftaufnahmen zeigen es: Alsdorf hat viele schöne Seiten. Damit die Stadt liebens- und lebenswert ist, sollten daher alle an einem Strang ziehen, wie es Alsdorfs CDU-Chef Bernd Mortimer vor zwei Wochen im Tagebuch auf den Punkt brachte. Dennoch: Die Verwaltung sollte meiner Ansicht nach Vorbildfunktion besitzen. Nimmt man hier die gestellten Aufgaben nicht ernst oder tritt man den Menschen mit Arroganz und Überheblichkeit entgegen, halten sich naturgemäß Identifikation und Eigeninitiative vieler Alsdorfer Bürger in Grenzen.